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Utopien

Eigentlich wollte ich in den vergangenen Tagen und Wochen ?ber ganz andere Themen schreiben. Ich wollte schreiben, was ich ?ber die ?Life 8?-Initiative der Herren Geldoff und Bono denke; wollte berichten, da? bereits am Nachmittag der Londoner Bombenanschl?ge auf drei nationalen englischen Fernsehkan?len schon wieder Pferderennen und Golfturniere zu besichtigen waren; wollte auch meinen erneuten Kurztrip nach Berlin erw?hnen, den ich antrat, um die Geburtstagsfeier meines Freundes und Adoptivbruders Solarius mitzuerleben; wollte in diesem Zusammenhang schw?rmen vom Kremmener Luch, dem Duft brandenburgischen Waldes, den ich so sehr vermi?t hatte, von St?rchen und Pferdebremsen und Hitze und kaltem Flu?wasser; wollte feststellen, da? mich die randberliner Sehnsucht nach Brandenburger Landschaft auch nach 6 Jahren Irland nicht losl??t ...

Statt dessen schreibe ich von etwas ganz anderem.

Irland erlebt eine seit langem nicht mehr dagewesene Hitzewelle. Die Dohlen atmen schon am Morgen mit halboffenem Schnabel, die Hunde hecheln und die Kr?hen streiten sich an den S??wasserquellen am Strand um die besten Bade- und Trinkpl?tze.
Ich habe mir f?r diese Zeit zwei Dinge verordnet: Zeit f?r mich selber nehmen und zur Abwechslung mal ein leichtes Buch lesen. Nat?rlich blieb ich in meiner Auswahl wieder mal bei meinem geliebten Tucholsky h?ngen, dessen ?Rheinsberg. Schlo? Gripsholm? ich sicher schon ?zig mal gelesen habe. Trotzdem immer mit anderen Augen. Auch diesmal.

In der Sonne sitzend und lesend, dr?ngt sich mir wieder und zunehmend brennend die Frage auf, was einen Mann so voll von Lebensfreude ? auch in seiner Zeit ? in den fr?hen Freitod trieb. Ja, ich kenne alle die Fakten und Argumente ? trotzdem! Er war, als er es tat, zwei Jahre j?nger als ich jetzt. Also jung.
Es verbl?fft mich immer wieder, wie aktuell seine Texte sind. Gerade die beiden ?leichten? Erz?hlungen ?Rheinsberg? und ?Schlo? Gripsholm? haben, letztere in verst?rktem Ma?e, einen unterschwelligen Moll-Ton in sich.
Die Geschichten scheinen zu schweben, und doch wird Wesentliches ernsthaft angesprochen. Tucholsky versteht es, in einer Bemerkung die ganze Deutschland-Situation zu erfassen, so wie er auch in wenigen S?tzen das Prinzip Freundschaft erl?utert, das Ph?nomen ?Frau? erfa?t oder das Wesen des Mannes erkl?rt.

Aber das beherrschende Element ist und bleibt das geliebte und gleichzeitig auch geha?te Deutschland. Ein Thema, das auch mich bewegt.
Im Umschlagtext erz?hlt ein anderer Autor von Tucholskys ?Gegenutopien? im Ausland, nach dem Scheitern der Wiederherstellung des Gef?hls von ?Rheinsberg? gab es erst eine franz?sische, dann die schwedische ?Utopie?. Am Ende blieb Tucholsky nur noch die Trag?die und der freie Tod.

Was f?r ein gelebtes Leben, in so kurzer Zeit. Ich merke, da? mich diese Aspekte jetzt mehr interessieren, als sie es je in der Vergangenheit getan haben. Nicht da? ich mich mit Tucholsky auf eine Stufe stellen will, aber fragen mu? ich mich, ob nicht auch ich Utopien zu leben versuche? Vielleicht ist meine Desillusionierung ?ber Irland, die meinen deutschen Freunden in letzter Zeit vermehrt auff?llt, ein erster Schritt zum Austausch meiner Utopien. Ist Griechenland die Gegenutopie?
So haben zwei leichte Erz?hlungen in mir ein ernsthaftes Denken verursacht. Jedenfalls lege ich ? trotzdem oder deshalb - diese Sommerlekt?re jedem ans Herz.

Zum Schlu? m?chte ich noch Tucholsky selber zitieren. ?ber Freundschaft: ?... das ist wie ein Eisberg: nur das letzte Viertel sieht aus dem Wasser. Der Rest schwimmt unten; man kann ihn nicht sehn. Klamauk ? Klamauk ist nur sch?n, wenn er auf Ernst beruht.?

Und ?ber Liebe: ?... Ich sah sie an, und sie gab den Blick zur?ck: wir fa?ten uns mit den Augen bei den H?nden. ...?
17.7.05 13:08


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Noch mal Tucholsky ...

Nochmal zu Tucholsky ...

... in einem weiteren Kontext. Ob schon mal jemand versucht hat, Tucholsky in eine andere Sprache zu ?bersetzen? Ich kann es mir nicht vorstellen. So wie in meinen Augen auch James Joyce un?bersetzbar ist (trotzdem wurde es gemacht!).

Das ist ?brigens mein Dilemma. Alles kann ich mit John teilen: Musik, Film (auch deutschen Film), englischsprachige Literatur. Es schein mir nat?rlich, da? ich Joyce, Shaw and Yeats gelesen habe. Es ist allerdings absolut absurd, da? John ? wie die meisten Iren - weder Goethe und Schiller noch K?stner und Tucholsky kennt. Da? ich das nicht teilen kann, schmerzt mich.
18.7.05 16:22





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