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Deutsche Sprache
Verhuntzung im eigenen Lager
NICHT für die Schule, sondern für´s Leben lernen wir. So jedenfalls hat es uns die Schule gelehrt. Bis das Leben dieses Satz als unrichtig entlarvt hat. Es sei denn, LEBEN würde als eine Spanne nicht größer als 10 Jahre - oder so - definiert.
Als ich vor durchschnittlich 40 Jahren am - was umfassende Allgemeinbildung angeht - hervorragenden polytechnischen Schulsystem der DDR teilhaben durfte, lernten wir zum Beispiel, daß der Mensch seit etwa 1 Million Jahren auf der Erde weilte und das Neutron das kleinste Teilchen sei. Mittlerweile wissen wir, daß der Mensch schon viel länger in Ur-Ur-Wäldern sein Unheil trieb, und die kleinsten Teilchen werden immer kleiner.
Auch war z.B. das englische Wort „handy“ mir damals als Adjektiv vermittelt worden. Mittlerweile ist es nicht nur im grammatikalischen Sinne ein Hauptwort. Während aber unsere Sprache insgesamt immer mehr der Verenglischung anheimfällt, wobei sich eben NICHT die tollsten, sondern eher die phantasieärmsten und langweiligsten Leute solcher Worte wie z.B. „relaxt“ bedienen, als gäbe es das deutsche „entspannt“ nicht – während also viele sich dieser völlig unnötigen Vergewaltigung unserer Sprache hingeben, bleibt die ebenso dumme wie wichtigtuerische Verhuntzung der deutschen Sprache DURCH die deutsche Sprache fast unbemerkt.
Ich hätte z.B. gerne einmal gewußt – vielleicht könnten diverse Kochprogramme im Deutschen Fernsehen eine solche Bildungsecke einrichten – was jemanden regelmäßig und ohne Not dazu treibt, kaprizierte Verben wie „ab-backen“, „an-mischen“ oder „aus-dekorieren“ zu verwenden. Sind dies Steigerungen? Oder raffiniert eingebaute Zeitansagen („Erst mischen wir an, dann backen wir ab, und dann dekorieren wir aus!“)? Was ist falsch mit backen, dekorieren und mischen???
Naja, jeder zeigt seine wahre Begrenztheit eben so gut und öffentlich, wie sie/er kann. Das gilt übrigens auch für „Handy“-Benutzer ...
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